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Kleiner Einblick in die Geschichte von Finkenwerder Teil 2

Auf eine gemeinsame Deichgestaltung einigten sich Lüneburg und Hamburg erst Ende des 18. Jahrhunderts. Unterschiedliche Verwaltungsordnungen machten die Deichpflege auf der Insel zum Problem. 1802 schuf der Hamburger Senator Wilhelm Amsinck die Vorraussetzung für eine vernünftige und einheitliche Schutzwallgestaltung mit der "Finkenwärder Deichordnung". Welch gute Arbeit Amsinck damit geleistet hat, beweist die Tatsache, dass der nach dieser Vorschrift errichtete Deich 20 Jahre lang hielt.

Neben der Landwirtschaft ist wohl die Elbfischerei der älteste Beruf von Finkenwerder. Die Elbfischerei, die sich aus kleinsten Anfängen mit primitivsten Geschirr und Fahrzeugen entwickelte, erreichte ihren Blütestand in den Jahren von 1880 bis 1914. Der Verdienst der Elbfischer in dieser Zeit war gut bis sehr gut zu nennen, Abgaben und Unkosten sehr gering. Bereits ein paar Jahre nach Weltkriegsende begann jedoch der allmähliche Niedergang. Durch Legen von Faschinen und Stacks wurden viele gute Laich-, Jungfisch und Fangplätze zerstört. Als besonders verheerend für den Fischbestand der Elbe, machten sich überall die Abflüsse der chemischen Fabriken, Ölraffinerien und dergleichen bemerkbar.

Um ca. 1900 wurde Finkenwerder aufgrund seiner günstigen Lage zur Elbe zum Hafenerweiterungsgebiet ausersehen. Das Vorland von Neß- und Norderdeich verschwand unter dem Baggergut aus der Elbe, die ständig vertieft werden musste, weil immer größere Schiffe sie befuhren. Stichkanäle zur Elbe entstanden, die man noch heute vorfindet. Viele Bauernhöfe im Binnen- und Außenland wurden von der Stadt aufgekauft, teils freiwillig, teils unter Zwang gaben die Bauern ihren bisherigen Lebenserwerb auf.

Die "Deutsche Werft" entstand, für viele Tausende wurden Arbeitsplätze geschaffen, der Handel auf der Insel erfuhr einen Aufschwung. Auf der Hamburger Seite stieg die Bevölkerungszahl von 2824 (im Jahr 1880) auf 4871 (im Jahr 1927).Im Jahr 1918 wurde Finkenwerder durch das Eingemeindungsgesetz Hamburg angegliedert und gab seine Selbständigkeit als Gemeinde auf. Viele Vorteile machten sich bemerkbar: bessere ärztliche Versorgung, Angliederung an das hamburgische Wasserleitungsnetz, Entstehung von öffentlichen Einrichtungen. Ein Gaswerk wurden geschaffen, ebenso ein Postamt.

Auch der Schiffverkehr zwischen Hamburg und Finkenwerder wurde wesentlich verbessert. Es entstanden ausgebaute Deich- und sonstige Strassen.1936 gab es wieder eine wirtschaftliche Wende. Ein später weltweit bekanntes Unternehmen entsteht: der Flughafen mit Flugzeugwerft (damals Hamburger Flugzeugbau GmbH), später bekannt als MBB (Messerschmitt-Bölkow-Blohm GmbH), jetzt als DaimlerChrysler Aerospace Airbus GmbH bekannt.

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