melioris.de










Kleiner Einblick in die Geschichte von Finkenwerder

Laut erster urkundlicher Erwähnung ist die ehemalige Elbinsel Finkenwerder rund 765 Jahre alt. Heute ist Finkenwerder ein industrialisierter Wohnstadtteil von Hamburg. Die Menschen in Finkenwerder blieben jedoch ihrer typischen Art treu. Sie behielten, wie es in einer Zeitung bezeichnet wurde, ihre "liebenswürdigen Schlitzohren".

Wie entwickelte sich das Stückchen "idyllische Erde"; das von vielen Besuchern und Einheimischen in Gedichten und Liedern beschrieben wurde (u.a. der Dichter Johann Kinau (Gorch Fock) und sein Bruder Rudl Kinau, die in Ihren Werken die Elbinsel Finkenwerder zum Thema machten) ?

Die Namensgebung der Insel könnte darauf zurückzuführen sein, dass die Insel als "Fanggebiet" vieler essbarer Vogelarten galt, die unter dem Namen "Vinken" zusammengefasst waren. Andere sind der Meinung, dass der Name auf den ersten Bewohner, einen Mann namens "Vink" zurückzuführen ist, dessen Name jedoch erst 1914 das erste Mal auftaucht. Finkenwerder entstand aus der großen Insel Gorieswerder. Neue Wasserwege wurden durch Sturmfluten geschaffen und hierdurch neue Inseln aufgebaut. Es entstanden Flüsse, die Inseln und Inselchen umschlangen und durch die Ablagerungen des großen Elbstromes stetig wuchsen. Ein heute nicht mehr existierender Fluss, die Dradenau, brach sich ein Bett von der Süder- zur Norderelbe. Finkenwerder wurde von Gorieswerder abgetrennt. Es begann die Geschichte der eigenständigen Elbinsel Finkenwerder.

Finkenwerder wurde geprägt durch den ständigen Kampf mit dem mächtigen Elbstrom. Deiche wurden gebaut und brachen immer wieder ein. Es gab Not und Verwüstungen in jedem Jahrhundert. Da das Land der Insel immer nur wenig über Normalnull Wasserstand herausragte, waren die binnendeichs gelegenen landwirtschaftlichen Nutzflächen stets sehr feucht. Immer wieder haben verheerende Fluten die Struktur Finkenwerders und - damit verbunden - seine kommunale Zuordnung verändert. Im 15. Jahrhundert wurden die Einkünfte und Verwaltung des Nordteils der Insel von Graf Otto II. von Holstein an den Rat der Stadt Hamburg abgegeben. Die Teilung Finkenwerders in den Hamburger und den Lüneburger Teil wurde im Jahr 1586 mit einem Vertrag zwischen Hamburg und dem Herzog Wilhelm von Braunschweig festgelegt. Der heutige Landscheideweg war Grenze zwischen den beiden Ländern.

In den Jahren 1603 bis 1612 wurde die Gesamteindeichung Finkenwerders vorgenommen. Der westliche Teil und später das "Ostenfeld" wurden bereits frührer von der lüneburgischen Regierung mit Dämmen abgesichert. Ein entscheidender Schritt wurde jedoch durch die neue, vollständige Eindeichung der Hamburger Seite für die ganze Insel gemacht. Es kam aber immer wieder zu Deichbrüchen mit großen Verlusten in den Jahren von 1625 bis 1825. Das Land glich einer Wasserwüste, die Höfe waren zerstört und viele Bauern gerieten an den Bettelstab.

weiter

© 2009 by Martina Labahn
º www.melioris.de º